Angebote des Drugchecking in den verschiedenen Ländern
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Deutschland
In Deutschland existieren derzeit keine Angebote, illegal erworbene psychoaktive Substanzen einer umfassenden Analyse zu unterziehen, die dem hinreichenden Gesundheitsschutz von Drogengebrauchern dient. Zum Testen illegaler Substanzen ist es Privatpersonen derzeit nur möglich, gegen ein Entgelt Substanzproben in Apotheken abzugeben und meist unvollständige, rein qualitative Ergebnisse zu den Inhaltsstoffen zu erhalten. Eine quantitative Analyse (derzeit möglich z. B. im Zentrallabor Deutscher Apotheker) ist zu langwierig und kostspielig, um als niedrigschwelliges Instrument des Gesundheitsschutzes wirksam zu werden. Zudem sind die Beratungsintentionen und möglichkeiten in Apotheken nicht auf die Risikoreduzierung beim Drogengebrauch ausgerichtet. Auf einzelnen Tanzveranstaltungen wird die Testung von illegal erworbenen Pillen und Pulvern mit Hilfe des Marquis-Reagenz angewendet (Schnelltestverfahren). Auch diese Analyse gibt allerdings keinen hinreichenden Aufschluss darüber, welche Substanzen sich in welcher Menge in den getesteten Proben befinden.
Österreich
Das Wiener Projekt CheckIt! bietet auf einigen Tanzveranstaltungen die chemische Analyse von Substanzproben mit Hilfe eines mobilen Labors des Allgemein Krankenhauses Wien an (HPLC-Technik, toxikologische Analysensystem Bio-Rad Remedi Drug Profiling System und zukünftig auch Flüssigkeitschromatographie gekoppelt mit Massenspektroskopie [LC/MS]). Das Analyseangebot kann anonym und kostenlos in Anspruch genommen werden. Das Ergebnis kann zumeist spätestens etwa eine halbe Stunde nach Abgabe der Probe ausgehängt und somit dem User bekannt gemacht werden – meist ist es schon nach wenigen Minuten verfügbar. Einige Tage nach der Veranstaltung werden die Analyseergebnisse auch auf der Homepage des Projekts veröffentlicht.
Schweiz
In Zürich besteht die Möglichkeit, im Drogeninformationszentrum (DIZ) von Streetwork Zürich wöchentlich Substanzen zur Analyse abzugeben und sich beraten zu lassen. Mit Hilfe eines ausgehändigten Codes kann der Konsument wenige Tage nach Abgabe der Substanz die Analyseergebnisse erfragen. Im Kanton Bern führt Streetwork Biel in Zusammenarbeit mit dem Kantonsapothekeramt Bern sowie dem Projekt AwareDanceCulture punktuell auf Tanzveranstaltungen Drugchecking mit Hilfe eines mobilen Labors durch. In Zusammenarbeit zwischen Streetwork Zürich und dem Kantonsapothekeramt Bern werden außerdem regelmäßig weitere Analysen vor Ort auf Partys durchgeführt. Das mobile Drugchecking-Angebot von Eve & Rave Schweiz ist hingegen seit 2007 vorläufig eingestellt, weil die Bewilligung zunächst auslief. Ob und wann das Angebot weitergeführt werden kann, ist derzeit unklar.
Niederlande
In den Niederlanden existiert über das vom Trimbos-Institut koordinierte Projekt Drug Information and Monitoring System (DIMS) ein Netz von Abgabestellen für stationäres Drugchecking in etwa 30 Städten. Gegen ein geringes Entgelt können im Rahmen einer persönlichen Beratung hier bis zu drei Substanzproben abgeben werden, darunter Pillen und Pulver, aber auch (vermutlich) psychoaktive Pilze, Haschisch und Marihuana sowie Ausgangsstoffe zur Herstellung von illegalen Stoffen. Im Jahr 2007 wurden allein etwa 500 Pillen analysiert. Eng verbunden mit den Drugchecking-Angeboten sind hier so genannte Monitoring-Studien, die mit Hilfe von Befragungen der Nutzer der Angebote Erkenntnisse über das Konsumverhalten und Drogentrends zusammentragen. Aus den Ergebnissen der Studien werden Präventionsstrategien unmittelbar abgeleitet.
Frankreich
Die im Technopartybereich aktive Initiative Technoplus bietet unter Anwendung von Dünnschichtchromatographie (TLC) Drugchecking vor Ort auf Tanzveranstaltungen an.
Spanien
Das Projekt Energy Control bietet sowohl stationäres als auch On-Site-Drugchecking an
Portugal
Hier bietet das Projekt Check-In sowohl stationäres als auch On-Site-Drugchecking an.
Tschechien
Das Pharmakologische Institut der Karls-Universität Prag führt im Rahmen seines Forschungszweigs vereinzelt Substanzanalysen durch.
Australien
Die Datenbank Pillreports.com bündelt subjektive Einschätzungen von Konsumenten und durch Analysen erhobene Ergebnisse von illegal erworbenen Pillen.
Die Lobby-Organisation Enlighten setzt sich für systematisches und umfassendes Drugchecking in Australien ein.
USA
Das Projekt EcstasyData führt Pillen-Analyseresultate mittels Schnelltests (Marquis-Reagenz) und Laboranalysen in einer Datenbank zusammen.





